(Ein Blick auf aktuelle Entwicklungen und die Debatte im deutschen Markt)
Die Idee klingt zunächst verlockend: Statt sich mühsam selbst ein starkes Passwort auszudenken, einfach ChatGPT fragen – und in Sekunden eine „sichere“ Kombination erhalten. Gerade im Alltag, in dem Nutzer Dutzende Accounts verwalten, wirkt das wie eine praktische Abkürzung. Doch aktuelle Diskussionen in der deutschen Tech-Szene, unter anderem in Fachmedien wie t3n, zeigen deutlich: Passwörter über KI-Tools wie ChatGPT zu generieren, kann erhebliche Sicherheitsrisiken bergen.
In diesem Blogartikel beleuchten wir die Hintergründe, ordnen die Kritik im Kontext des deutschen Marktes ein und zeigen, welche Alternativen wirklich sinnvoll sind.
Warum viele Nutzer ChatGPT zur Passwort-Erstellung nutzen
Mit dem rasanten Wachstum von KI-Tools hat sich auch das Nutzerverhalten verändert. Laut aktuellen Marktbeobachtungen greifen immer mehr Menschen in Europa – insbesondere in Deutschland – auf generative KI zurück, um alltägliche Aufgaben zu automatisieren: Texte schreiben, E-Mails formulieren, Code erstellen oder eben Passwörter generieren.
Der Grund ist einfach:
schnell
bequem
scheinbar intelligent
Doch genau diese Bequemlichkeit wird zunehmend kritisch hinterfragt.
Die zentrale Kritik: KI erzeugt keine wirklich zufälligen Passwörter
Ein wesentliches Sicherheitsproblem liegt in der Funktionsweise großer Sprachmodelle. Systeme wie ChatGPT arbeiten probabilistisch – sie generieren Inhalte basierend auf Mustern, nicht auf echter Zufälligkeit.
Experten warnen daher, dass KI-generierte Passwörter oft vorhersehbarer sind, als Nutzer glauben. Fachberichte aus der deutschen Tech-Berichterstattung weisen darauf hin, dass große Sprachmodelle Schwierigkeiten haben, wirklich robuste und unvorhersehbare Passwörter zu erstellen.
Das bedeutet konkret:
Ein Passwort kann komplex aussehen, aber dennoch strukturelle Muster enthalten, die Angreifer statistisch leichter erraten können.
Gefahr durch Muster und Wiedererkennbarkeit
Ein häufig unterschätztes Risiko ist die sprachliche Logik der KI. Wenn Nutzer ChatGPT bitten, ein „starkes Passwort“ zu erstellen, liefert das Modell oft ähnliche Strukturen:
Kombinationen aus Wörtern
Zahlen am Ende
Standard-Sonderzeichen
Solche Muster sind für Angreifer kein Zufall – sondern ein Vorteil.
Gerade sogenannte Wörterbuchangriffe zielen gezielt auf Passwörter ab, die aus sinnvollen oder häufigen Kombinationen bestehen. Diese Methode testet systematisch bekannte Begriffe und Varianten, wodurch vorhersehbare Passwörter besonders schnell geknackt werden können.
Im deutschen IT-Sicherheitsdiskurs wird deshalb betont: Ein Passwort, das logisch wirkt, ist oft weniger sicher als eine rein zufällige Zeichenfolge.
Datenschutz: Ein unterschätzter Faktor
Ein weiterer kritischer Punkt im deutschen Markt ist der Datenschutz – ein besonders sensibles Thema aufgrund der DSGVO.
Wenn Nutzer ChatGPT bitten, ein Passwort zu generieren und dabei zusätzliche Kontextinformationen eingeben (z. B. „für mein Bankkonto“ oder „für mein Firmen-Login“), geben sie indirekt sensible Hinweise preis. Auch wenn KI-Systeme nicht als Passwortspeicher gedacht sind, widerspricht die Nutzung für sicherheitskritische Daten den Grundprinzipien moderner IT-Security.
Deutsche Sicherheitsexperten empfehlen daher grundsätzlich, keine sensiblen Zugangsdaten oder sicherheitsrelevanten Inhalte in KI-Tools einzugeben.
Der deutsche Markt: Hohe Sensibilität für IT-Sicherheit
Deutschland gehört zu den Ländern mit besonders hoher Sensibilität für digitale Sicherheit und Datenschutz. Studien zum Nutzerverhalten zeigen, dass deutsche Anwender zunehmend auf zertifizierte Sicherheitslösungen setzen, statt auf improvisierte Tools.
Im Unternehmensumfeld ist die Nutzung von KI zur Passworterstellung bereits in vielen IT-Richtlinien untersagt. Gründe dafür sind:
fehlende Zertifizierung als Sicherheitslösung
mangelnde Transparenz bei der Generierungslogik
Risiko von Social Engineering
Gerade in Branchen wie Finanzen, E-Commerce und öffentlicher Verwaltung gelten strengere Sicherheitsstandards als im privaten Bereich.
Ein trügerisches Gefühl von Sicherheit
Psychologisch betrachtet ist KI besonders überzeugend. Wenn ChatGPT ein Passwort mit Großbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen erstellt, wirkt es sofort sicher. Doch Sicherheit entsteht nicht durch optische Komplexität, sondern durch Entropie und echte Zufälligkeit.
Ein Beispiel:
„SecurePassword123!“ wirkt komplex – ist aber extrem leicht zu knacken.
Das Problem: KI neigt dazu, genau solche „menschlich plausiblen“ Passwörter zu erzeugen.
Bessere Alternativen: Was Sicherheitsexperten empfehlen
Statt KI-Tools empfehlen Fachleute in Deutschland klar strukturierte Sicherheitslösungen:
1. Passwort-Manager
Passwort-Manager generieren kryptografisch sichere Zufallskennwörter und speichern diese verschlüsselt.
2. Eigene Algorithmen
Ein persönlicher Algorithmus zur Passwortbildung kann ebenfalls sinnvoll sein, solange er ausreichend komplex ist und nicht öffentlich bekannt wird.
3. Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA)
Selbst ein starkes Passwort sollte heute immer durch zusätzliche Sicherheitsfaktoren ergänzt werden.
Wann ChatGPT dennoch sinnvoll sein kann
Trotz der Kritik ist ChatGPT nicht grundsätzlich ungeeignet im Sicherheitskontext – aber nur in unterstützender Rolle.
Sinnvolle Anwendungen sind beispielsweise:
Erklärung von Passwortregeln
Analyse von Passwortstärke (ohne echte Daten)
Schulung im Bereich Cybersecurity
Nicht geeignet ist die direkte Erstellung produktiver Zugangsdaten.
Fazit: Bequemlichkeit vs. echte Sicherheit
Die Diskussion im deutschen Tech-Markt zeigt klar: Passwörter über ChatGPT zu erstellen ist bequem, aber nicht empfehlenswert. Die fehlende echte Zufälligkeit, mögliche Musterbildung und Datenschutzbedenken machen KI zu einem ungeeigneten Werkzeug für sicherheitskritische Zugangsdaten.
In einer Zeit zunehmender Cyberangriffe sollte Passwortsicherheit nicht dem Zufall – oder einem Sprachmodell – überlassen werden. Professionelle Passwort-Manager und etablierte Sicherheitsmethoden bleiben die deutlich zuverlässigere Wahl.
Kurz gesagt:
ChatGPT ist ein starkes Werkzeug für Wissen und Produktivität – aber kein Ersatz für spezialisierte IT-Sicherheitslösungen. Wer langfristig seine digitalen Konten schützen möchte, sollte auf geprüfte Sicherheitsmechanismen setzen statt auf generative KI als Passwortgenerator.


