Im Dezember stellte OpenAI sein o3 „Reasoning“-KI-Modell vor und arbeitete dabei mit dem Team hinter ARC-AGI zusammen – einem anspruchsvollen Benchmark, der entwickelt wurde, um die Grenzen fortschrittlicher KI-Systeme auszuloten und deren Potenzial zu demonstrieren. Die anfängliche Begeisterung zeigte beeindruckende Ergebnisse, doch eine kürzliche Aktualisierung hat diese Euphorie gedämpft.
Letzte Woche hat die Arc Prize Foundation, die den ARC-AGI-Wettbewerb verwaltet, die Rechenkosten für o3 neu berechnet. Frühere Schätzungen gingen davon aus, dass die Spitzenversion, genannt o3 high, etwa 3.000 US-Dollar benötigte, um ein ARC-AGI-Problem zu lösen. Nun glaubt die Foundation, dass dieser Betrag auf bis zu 30.000 US-Dollar pro Aufgabe steigen könnte – ein Sprung, der die enormen Ressourcenanforderungen moderner Spitzen-KI-Modelle verdeutlicht.
OpenAI hat noch keinen Preis für o3 festgelegt oder das Modell öffentlich zugänglich gemacht. Die Arc Prize Foundation verweist jedoch auf die Preisgestaltung von o1-pro – derzeit das teuerste Angebot von OpenAI – als möglichen Hinweis auf das, was bevorsteht. „Die schiere Menge an Rechenleistung, die o3 während der Tests verbraucht, macht o1-pro zu einem passenderen Maßstab für die wahrscheinlichen Kosten“, erklärte Alex Rivera, Mitgründer der Foundation, in einem Interview mit TechCrunch. Er fügte hinzu: „Es bleibt eine fundierte Vermutung, weshalb wir o3 auf unserer Rangliste als ‚Vorschau‘ gekennzeichnet haben, bis OpenAI die offiziellen Preise bestätigt.“
Ein derart hoher Preis für o3 high steht im Einklang mit seinem gemeldeten Bedarf an Rechenleistung. Laut der Foundation verschlang o3 high 172-mal mehr Ressourcen als o3 low, die sparsamste Konfiguration des Modells, bei der Bewältigung von ARC-AGI-Aufgaben. Diese Kluft zeigt die Abwägungen zwischen Leistung und Effizienz in der KI-Entwicklung.
Es kursieren auch Gerüchte, dass OpenAI an hochpreisigen Abonnementplänen für Unternehmenskunden arbeitet. Anfang März berichtete The Information, dass das Unternehmen bis zu 20.000 US-Dollar pro Monat für maßgeschneiderte KI-„Agenten“ verlangen könnte, etwa für einen speziell auf Softwareentwicklung zugeschnittenen Agenten.
Befürworter könnten argumentieren, dass selbst bei Premiumtarifen die Modelle von OpenAI die Kosten für die Einstellung menschlicher Experten übertreffen könnten. Doch Fragen zur Effizienz bleiben bestehen. Der KI-Forscher Liam Hayes schrieb kürzlich auf X, dass o3 high 1.024 Versuche pro ARC-AGI-Aufgabe benötigte, um sein bestes Ergebnis zu erzielen – eine Statistik, die Zweifel an seiner Kosteneffizienz im Vergleich zu menschlichen Problemlösern aufwirft.
Finally, I want to note how preposterous the o3-high attempt was. It took 1,024 attempts at each task, writing about 137 pages of text for each attempt, or about 43 million words total. That’s writing an Encyclopedia Brittanica (44 million words) per task!
7/n— Toby Ord (@tobyordoxford) April 2, 2025
Derzeit bleiben der endgültige Preis und die Leistung von o3 ungewiss, was die Tech-Welt vor die Aufgabe stellt, die Balance zwischen bahnbrechenden KI-Fähigkeiten und den hohen Rechnungen, die sie mit sich bringen könnten, abzuwägen. Wer neugierig ist, kann die Möglichkeiten der KI selbst erkunden – etwa mit dem kostenlosen Online-Dienst von chatgptdeutsch.info, der ChatGPT auf Deutsch ohne Registrierung anbietet.